Chronik
 
Die Vereinsgründung
 
Der FC Oberwalgern wurde am 27. Januar 1966 gegründet.
Zu diesem Zeitpunkt spielten einige junge Männer aus Oberwalgern in den Vereinen der Nachbargemeinden Fußball und so regte sich unter den sportbegeisterten Einwohnern der Gedanke, dass man wieder eine eigene Mannschaft stellen müsste. Bereits in den dreißiger Jahren und von 1950 - 1954 war man in Oberwalgern dem runden Leder hinterhergerannt, musste den Spielbetrieb aber aus Mangel an Spielern wieder einstellen.
Dem öffentlichen Aufruf zur Gründungsversammlung in der Gastwirtschaft Becker (Dragoners Bergschänke) folgten 39 Männer. Nachdem alle Erschienenen bekundet hatten, dem Verein beizutreten, wählte die Versammlung Helmut Schäfer zum 1. Vorsitzenden, Fritz Pfuhl zum 2. Vorsitzenden, Hans Abel zum Schriftführer und Heinrich Braun zum Kassierer.
 
 
Die Vereinsanlagen
 
Um die ersten dringend erforderlichen Ausgaben tätigen zu können, wurde  eine Sammlung im Ort und bei verschiedenen Firmen im weiteren Umkreis durchgeführt. Es kam ein Betrag von ca. 1.800,- DM zusammen.
Am 18.02.1966 wurde der vorhandene Sportplatz, der mit einer Fläche von 45 m x 60 m nicht den vorgeschriebenen Maßen entsprach, von der Gemeinde gepachtet und hiermit die Verpflichtung übernommen, die Anlage für den Spielbetrieb herzurichten sowie für die dauernde Unterhaltung und eine etwaige Erweiterung zu sorgen. Letztere wurde im Zusammenhang mit dem Bau der Kanalisation in Oberwalgern verwirklicht. Dennoch blieben eine Reihe von Problemen, die insbesondere in der großen Entfernung zwischen dem Sportplatzgelände und der Ortslage begründet lagen.
 
Unermüdlich arbeiteten Mitglieder und Freunde des Vereins in den kommenden Jahren an der Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Spiel- und Trainingsbetrieb. Nach und nach entstanden ein Gerätehaus, eine provisorische Flutlichtanlage sowie eine Unterstellmöglichkeit am Sportplatz. das Spielfeld wurde mehrfach mit einer Drainage durchzogen und im Vereinslokal wurde eine Duschgelegenheit geschaffen. Jedoch mussten auch kleinere Rückschläge verkraftet werden - so kam es z. B. kurz nach der Einsaat des Sportplatzes zu einem heftigen Gewitterregen. In Verbindung mit dem starken Gefälle des Platzes wurde das Saatgut komplett vom Platz gespült und lediglich hinter einem Tor wuchs ein herrlich satter Rasen. Anfang der siebziger Jahre brannte das Gerätehaus nieder, was allerdings im nachhinein als "Initialzündung" für das heute bestehende Sportheim anzusehen ist. Mit Hilfe zahlreicher Spenden der Dorfbewohner und heimischer Firmen sowie einem hohen persönlichen Einsatz einiger Mitglieder ließ sich der erste Bauabschnitt rasch vollenden. Zum Erweiterungsbau des heutigen Gästeumkleideraumes und einer offenen, massiven Unterstellhalle, die später zum Gemeinschaftsraum umgebaut wurde, konnte erstmals ein fünfstelliger Zuschuss verschiedener Stellen in Anspruch genommen werden.
Der Pachtvertrag für das Sportplatzgelände wurde zwischenzeitlich auf 66 Jahre geschlossen und sah ausdrücklich die Errichtung eines massiven Sportheimes vor.
Bis zum Jahre 1983 konnten weitere Maßnahmen erfolgreich abgeschlossen werden. Der Sportplatz, der mit zu den schlechtesten im Kreisgebiet gehörte, wurde modernisiert, eine neue Flutlichtanlage sowie ein leistungsfähiges Aggregat wurden angeschafft und durch teilweise abenteuerliche Fahrten an Ort und Stelle gebracht. Der Bau einer Brunnenanlage und die Installation eines 10.000 Liter fassenden Erdtankes waren die ersten Schritte zur Verwirklichung der Wasserversorgung. Jahr für Jahr entstanden Verbesserungen an Platz und Sportheim.
1984 wurden die Duschen und der Gemeinschaftsraum eingeweiht, 1985 konnte die Gasheizung in Betrieb genommen werden, 1987 konnte die Wasserversorgung endgültig sichergestellt werden und 1988 wurde das Vereinsheim an Strom- und Telefonnetz angeschlossen.
1991, im Jahr des 25-jährigen Bestehens, wurde der Sportplatz grundlegend saniert, 1994 der Platz  zwischen Vereinsheim und Spielfläche befestigt, 1997 die Heizungsanlage erneuert und im Jahr 2000 der Sportplatz erneut saniert.
Es muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass sämtliche Arbeiten nur durch ein hohes Maß an Eigenleistung und einen teilweise unbändigen Einsatzwillen der Vereinsmitglieder ausgeführt werden konnten. Hierfür gebührt allen Vereinsmitgliedern und Freunden Dank und Respekt gleichermaßen.
Dank gebührt auch den öffentlichen Stellen, die all diese Arbeiten  finanziell unterstützt haben.
 
 
Der Spielbetrieb
 
Sportlich verlief der Neubeginn im Jahre 1966 durchaus erfolgreich. Albert Rücker hatte die Trainingsleitung übernommen, fünf der ersten sieben Freundschaftsspiele wurden gewonnen und entgegen der ursprünglichen Anmeldung von nur einer Seniorenmannschaft für die Verbandsrunde 1966/67 konnte auch noch eine Reservemannschaft gestellt werden.
Am 21.08.1966 begann die Meisterschaftsrunde in der B-Klasse Marburg I mit einem Auswärtsspiel gegen Rodenhausen, das mit 7:2 gewonnen wurde. Die Oberhessische Presse urteilte im damaligen Spielbericht: "Zwei Tore für Rodenhausen vor der Pause und sieben Gegentreffer in der zweiten Hälfte sprechen für die Stärke und Kondition des Neulings:"
Diesem Erfolg schlossen sich weitere an, so dass am Ende ein hervorragender 3. Platz belegt werden konnte. Der FC Oberwalgern entwickelte sich fortan zu einer festen Größe in der Spitzengruppe der B-Klasse Marburg I.
Nachdem bereits 1973 ein Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die A-Klasse erreicht, aber mit 5:2 gegen Blau-Gelb Marburg deutlich verloren wurde, konnte pünktlich zum 10-jährigen Bestehen 1976 die Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg gefeiert werden. Im folgenden Jahr gelang der Klassenerhalt zwar mit Müh und Not; aber in der Saison 1977/78 stand der FCO bereits sieben Spieltage vor Rundenschluss als Absteiger fest.
Noch enttäuschender verlief das zweite Gastspiel in der A-Klasse Mitte in der Saison 1988/89. Hier musste der FCO mit nur 5 Pluspunkten und 136 Gegentoren die Rückreise in die B-Klasse antreten. Für den Aufstieg ein Jahr zuvor genügte damals ausnahmsweise der 2. Tabellenplatz, der hinter dem VfB-Lohra erreicht wurde.
Auch der 3. Aufstieg im Spieljahr 2003/2004, damals von der C- in die B-Klasse endete mit dem unmittelbar darauf folgenden Abstieg.
Zu den Erfolgen in den Meisterschaftsrunden gesellten sich im Laufe der Jahre zahlreiche Pokalgewinne auf Turnieren. Unvergessen bleiben auch die gewonnenen Hessenpokalspiele gegen die Bezirksligisten Dreihausen und Wittelsberg sowie den Landesligisten FSV Cappel.
 
 
Die Fußball-Jugend
 
Mitverantwortlich für den Fortbestand des Vereines bis zum heutigen Tag ist nicht zuletzt das stetige Bemühen um die Jugendarbeit im Verein, was in einem Dorf in der Größe Oberwalgerns denkbar schwierig ist. Schon zum 1. Juni 1967 wurde eine Jugendabteilung gegründet. Eine eigene C-Jugend nahm den Spielbetrieb auf. Diese Mannschaft konnte allerdings nur kurze Zeit unter eigener Fahne spielen, so dass bis zum Jahre 1973 eine Jugendspielgemeinschaft mit der SG Fronhausen eingegangen wurde. Zwei Jahre später fand sich wieder eine eigene Elf in Form einer A-Jugend  und wenig später  eine C-Jugend zusammen.
In den kommenden Jahren wurden Spielgemeinschaften mit verschiedenen Nachbarvereinen im Wechsel mit eigenen Jugendmannschaften gegründet.
Bis zum Spieljahr 2006/2007 war der FC Oberwalgern Mitglied der Jugendspielgemeinschaft Weimar/Fronhausen bzw. Fronhausen/Weimar, ehe die SG Niederwalgern/Wenkbach gemeinsam mit dem SC Roth/Argenstein (FSG Südkreis) diese sehr erfolgreiche Zusammenarbeit aufkündigte. Der JSG gehörten darüber hinaus noch die SpVgg Hassenhausen/Bellnhausen und die SG Fronhausen an. Mit den beiden letztgenannten wurde die JSG in 2007/2008 fortgeführt, ohne allerdings eine B-Jugend stellen zu können.
Ab der Saison 2008/2009 wird diese JSG kreisüberschreitend mit den Vereinen aus Salzböden und Odenhausen wieder deutlich verstärkt.
 
 
Die Alten Herren
 
Bei einem Fußballverein, der inzwischen über 40 Jahre besteht, ist es nahezu selbstverständlich, dass sich auch eine Altherrenmannschaft gebildet hat. Dies geschah in Oberwalgern Anfang der achtziger Jahre. Sie ist außerhalb ihrer sportlichen Aktivitäten, u. a. Initiator und Ausrichter des alljährlich stattfindenden Backhausfestes, das sich weit über die Grenzen der Vereinsmitglieder hinaus großer Beliebtheit erfreut.
 
Die Aerobic-Damen
 
Das jüngste Kind des FC Oberwalgern ist die Aerobic-Abteilung. Sie wurde am 1. Dezember 1996 gegründet und hat sich seitdem sowohl von ihrer Mitgliederzahl als auch von ihrem sportlichen Angebot ständig erweitert.

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